top of page

Meine Geschichte: Wie die Angst vor ALS mein Leben übernommen hat

Im Februar 2015 begann alles mit einem Muskelzucken. Wenige Tage später war ich überzeugt, an ALS erkrankt zu sein. Aus dieser Angst wurden Jahre voller Googeln, Kontrollieren, Beobachten und Zweifeln.

​

​

Als aus einem Symptom Angst wurde

Ich begann nach Erklärungen zu suchen. Aus Suchen wurde Googeln, aus Googeln wurde Kontrolle. Ich beobachtete meinen Körper immer genauer, testete Bewegungen und achtete auf jedes neue Gefühl.

Je mehr ich nach Sicherheit suchte, desto weniger Sicherheit fand ich. Die Angst wurde nicht kleiner. Sie wurde zum Mittelpunkt meines Alltags.

Jahre im Ausnahmezustand

Die Angst blieb nicht bei einzelnen Gedanken. Über Jahre bestimmte sie meinen Alltag. Ich kontrollierte meinen Körper, prüfte Bewegungen, beobachtete Muskelzucken und suchte immer wieder nach Anzeichen, die meine schlimmste Befürchtung bestätigen oder widerlegen könnten.

Selbst beruhigende Untersuchungen halfen oft nur kurz. Die nächste Wahrnehmung, das nächste Zucken oder der nächste Gedanke reichte aus, um die Angst wieder anzufachen.

Der Wendepunkt

2020 begann ich eine Psychotherapie. Dort wurde mir langsam klar, dass nicht ALS mein eigentliches Problem war, sondern die Angst davor. Ich begann zu verstehen, wie sehr Googeln, Kontrollieren und die ständige Suche nach Sicherheit den Kreislauf immer wieder neu in Gang setzten.

Es ging nicht von heute auf morgen. Aber die Angst verlor Schritt für Schritt ihre Macht. Heute ist sie nicht völlig verschwunden – doch sie bestimmt mein Leben nicht mehr.

bottom of page